Von Schloss Pillnitz nach Dresden
[Musik] Schloss Pillnitz Elbe Aufwärts von Dresden war einst die Sommerresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen. 1403 erstmals urkundlich erwähnt erwarb August der Starke das Schloss und ließ es ab 1720 zu einer Barockanlage ausbauen. Wir betreten den barocken Lustgarten, der zwischen dem Wasserpalais an der Elbe und dem gegenüberliegenden Bergpalais angelegt wurde. Schloss Pillnetz. Ja, wir sind die einzigen oder fast die einzigen. Wie immer die ersten. Wie immer die ersten. Dächer und Dachgesemse von Wasser und Bergpalais vermitteln einen ostasiatischen Eindruck. Die Verwendung solcher als Chinoaserien bezeichneten Stilelemente erfreute sich in der Zeit des Barok großer Beliebtheit. Die als große Hohlkehlen ausgebildeten Gesimse und die geschweiften Dächer mit ihren fantasievollen Schandsteinen sollten einen exotischen Eindruck vermitteln. Wir näheren uns dem 1822 fertiggestellten klassizistischen neuen Palais. [Musik] Es beherbergt das Schlossmuseum mit Kuppelsaal, Schlosskapelle und königlicher Hofküche. Der repräsentative Festsaal ist der einzige klassizistische Kuppelbau Dresens. Im anschließenden Gang sind die Büsten der Bauherren und Bewohner des Schlosses aufgestellt. Die katholische Schlosskapelle ist reich mit Gemälden mit Szenen aus dem Leben Marias ausgestattet. Die königliche Hofküche im Untergeschoss verfügt über eine umfangreiche Ausstattung und ist in verschiedene Küchenspezifische Bereiche unterteilt. Bis zu 27 Angestellte sorgten dort für das leibliche Wohl der königlichen Familie und des Hofstaates. [Musik] Wir streifen durch den üppig blühenden Schloss. Park, dessen Anfäng bis ins Jahr 1694 zurückgehen. [Musik] durch den englischen Garten. gelangen wir zur 1880 errichteten Orangerie. [Musik] Das 1861 fertiggestellte Palmenhaus galt seinerzeit als größtes Gewächshaus Deutschlands und ist heute eine der ältesten erhaltenen Stahlgussglasbauten Europas. [Musik] Hinter einem Teich erreichen wir den 1780 geschaffenen Rundtempel des englischen Pavillon. Um 1800 wurde diese rote Elbgondel gebaut, die dem höfischen Verkehr zwischen Pilnitz und Dresden diente. Zurück im Schlossareal gelangen wir in den Fliederhof des neuen Palais. [Musik] Wir erreichen das Ufer der Elbe und warten auf die Ankunft des Schaufelraddampfer. nachdresen. [Applaus] An Bord ist heute wenig los und so suchen wir uns einen Platz hinter dem Steuerhaus. [Musik] Eine etwas mehr als einstündige Fahrt Elbe abwärts liegt nun vor uns. [Musik] Die Fahrt beginnt und mit einem letzten Blick auf das Wasserpalais verabschieden wir uns von Schloss Pillnitz. [Musik] Werfen wir einen Blick in den Maschinenraum des 1926 gebauten Personendampfers Dresden, dem Flagschiff der sächsischen Schiffsflotte. [Musik] Gemächlich kleiden wir Fluss abwärts. [Musik] Wir nähern uns der Anlegestelle Blasewitz. Vor uns liegt die 1893 erbaute Stahlbrücke zwischen den Stadtteilen Loschwitz und Blasewitz, die auch als blaues Wunder bezeichnet wird. [Musik] [Applaus] [Musik] Die Konstruktion war zu ihrer Zeit eine technische Meisterleistung, da sie die erste Stromfeilerfreie Brücke Europas mit dieser Spannweite war. [Musik] Weiter geht es vorbei an Weinbergen, dem Lingerschloss von 1853 [Musik] und Schloss Albrecht. Berg von 1854 sowie dem ehemaligen Wasserwerk Saloppe von 1875. Wir passieren die 2013 fertiggestellte Waldschlösschenbrücke, deren Planung und Bau heftig umstritten war und dazu führte, dass der erst 2004 verliehene Titel UNESCO Welderbe Kulturlandschaft Dresner Elbtal bereits 2009 wieder aberkannt wurde. Vor uns taucht nun die Silhouette der Dresner Altstadt auf. [Musik] Wir gelangen zur Albertbrücke, der östlichsten der vier Elbebrücken in der Dresner Innenstadt. Kurz danach endet unsere Fahrt am Anleger des Dresner Terrassenuf. An der am 11. September 2024 teilweise eingestürzten Carolabrücke wird intensiv gearbeitet. Vom Anleger geht es hinauf zu den Brülischen Terrassen. Wir blicken hinüber zum ehemaligen Ministerialgebäude von 1904, das heute Sitz der sächsischen Staatskanzleihe ist. Weiter gleitet der Blick von der Brülchen Terrasse entlang der Elbe bis zum Schlossplatz. Dann stehen wir vor dem beeindruckenden Ensembel aus Schloss, Hofkirche und Semperoper. Das nach seinem Architekten Gottfried Semper benannte Opernhaus wurde 1878 nach der völligen Zerstörung des Vorgängerbaus durch einen Brand neu errichtet und ist Heimat der sächsischen Staatsoper Dresden. Im Rahmen einer Führung besichtigen wir die Innenräume des beim Luftangriff auf Dresden stark beschädigten Gebäudes, das nach umfangreicher Rekonstruktion 1985 wieder eröffnet wurde. [Musik] Zuschauerraum und dieser Raum war, wie ich ja schon unten be der Baugeschichte eingangs erklärte im Kriege ein totalverlust geworden. Hier stand nur noch die hufeisenförmigewand aus Ziegeln. Es gab hier nicht das kleinste Stückrestchen mehr an den Wänden, was man als Anhaltspunkt für der Rekonstruktion hätte. Wir setzen die Führung Richtung Residenzschloss fort. Die ehemalige Hauptreidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen wurde als Vierflügelanlage 1548 im Renaissancestil begonnen und 1901 vollendet. Natürlich darf ein Besuch im grünen Gewölbe der historischen Museumsammlung der ehemaligen Schatzkammer der Wetiner Fürsten im Rahmen einer Schlossbesichtigung nicht fehlen. Während im historischen grünen Gewölbe mit seinen etwa 3000 Exponaten nicht fotografiert werden darf, ist dies im neuen grünen Gewölbe als modernes Schatzkammermuseum möglich. Der 102 m lange Fürstenzog auf der Außenseite des langen Ganges zwischen dem Georgentor des Schlosses und dem Johanneum gilt als größtes Porzellanwandbild der Welt. Auf rund 23 000 Fliesen aus Meisner Porzellan ist die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1873 regierenden sächsischen Herrscher aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dargestellt. Der ab 1586 erbaute Stallhof diente einst als Schauplatz für höfische Vergnügen wie Ringstechen. Wir gelangen in den großen Schlosshof mit prachtvoller fresken geschmückter Renaissancearchitektur. [Musik] Der ursprünglich um 1400 begonnene Hausmannsturm wurde 1676 barockisiert. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über Dresden. [Musik] Das 1746 in betrieb genommene Uhrwerk für die Turmuhr wurde nach seiner Zerstörung in der Bombennacht 1945 neu gebaut. Die katholische Hofkirche wurde unter Friedrich August dem II, dem Sohn von August dem Starken, 1755 im Stil des Dresner Barock errichtet. Das mit 10 m Höhe und 4,5 m breite beachtlich große Altargemälde stellt die Himmelfahrt Jesu Christi von Gottfried Silbermann konzipierte Orgel wurde von seinen Schülern fertig gebaut. Der Zwinger, ein Gebäudekomplex mit Gartenanlagen, entstand ab 1709 als Orangerie und repräsentatives Festareal. Das Gesamtkunstwerk aus Architektur, Plastik und Malerei zeugt von der Prachtentfaltung während der Regentschaft des Kurfürsten August des Starken und seines dadurch ausgedrückten Machtanspruchs. Der mathematischphysikalische Salon wurde 1728 im Westflügel des Zwingers untergebracht. Als Teil der königlich sächsischen Kunstsammlungen entstand er durch das Technikinteresse und Repräsentationsbedürfnis sächsischer Monarchen. Der mathematisch physikalische Salon ist eine Sammlung historischer Messgeräte, optischer Instrumente und mechanischer Spielwerke. [Musik] Wir verlassen den Zwinger und nähern uns der Frauenkirche am Neumarkt. Das brachtvolle Zeugnis des protestantischen Sakralbaus besitzt mit 91 m Höhe eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen. Nach ihrer Zerstörung 1945 blieb sie eine Ruine, bis sie 1993 bis 2005 wieder aufgebaut wurde. Die Kirche wurde im Auftrag des Rates der Stadt von George Bär von 1726 bis 1743 errichtet. Altar und Orgel sind harmonisch übereinander gesetzt und gehen optisch nahezu ineinander über. [Musik] Der eigentliche Altar von Johann Christian Feige bzw. sein Kernstück, das nach dem Krieg eingemauert wurde, wurde aus den Trümmern der alten Frauenkirche geborgen und bewusst mit seinen Bescheidigungen im Neubau wieder verwendet. Die gewaltige Kuppel fasziniert vor allem auch durch ihre nach innen gewölbte Form im unteren Teil, die an eine Glocke erinnert. Elbe abwärts hinter der Marienbrücke gelangen wir zur ehemaligen Zigarettenfabrik Jenize. Das 1909 errichtete orientalisierende Gebäude mit seiner Kuppel und dem Minaret getarnten Schornstein wirkt von außen wie eine Moschee. Es dient heute als Bürogebäude. In der Kuppel befindet sich ein Restaurant. [Musik] Nach Überqueren der Elbe gelangen wir in die Neustadt. Am Neustädtermarkt begrüßt uns der goldene Reiter, ein Reiterstandbild August des Starten, was 1736 enthüllt wurde. Die 1739 errichtete Dreikönigskirche an der Hauptstraße wurde nach ihrer Zerstörung erst in den 1980er Jahren wieder errichtet. In der Fußgängerzone der Hauptstraße findet gerade der Neustädter Frühlingstatt. [Musik] Wir machen uns auf den Weg zur Kunsthofpassage in der äußeren Neustadt. Sie besteht aus einem Komplex aus fünf kleineren Höfen, wobei jeder Hof ein eigenes Gestaltungsthema und einen eigenen Namen hat. Eine besondere Sehenswürdigkeit in der Neustadt ist die 1892 eröffnete Pfundzmolkerei. Der Milchladen ist vor allem für seine original handbemalten Keramikfliesen im Neorenaissancestil bekannt und wurde im Guinnessbuch der Rekorde als schönster Milchladen der Welt eingetragen. noch einmal zurück in der Altstadt besuchen wir den Dresner Frühjahrsmarkt am Altmarkt. Hier laden zahlreiche Stände zum Bummeln, Probieren und Staunen ein. [Musik] [Musik] Vom regionalen Leckerbissen bis hin zu kunstvollem Handwerk ist für jeden Geschmack etwas dabei. [Musik] [Musik] Mit diesen vielfältigen Eindrücken verabschieden wir uns von der sächsischen Landeshauptstadt, die nicht umsonst auch den Treffenden Beinamen Elb Florenz trägt. [Musik] [Applaus] [Musik]
Eine Kurzreise nach Dresden beginnen wir am Schloss Pillnitz, der einstigen Sommerresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen. August der Starke ließ das Schloss ab 1720 zu einer Barockanlage ausbauen. Ein barocker Lustgarten trennt das Wasserpalais an der Elbe von dem gegenüber liegenden Bergpalais, deren Dächer und Dachgesimse einen ostasiatischen Eindruck vermitteln. Im klassizistischen Neuen Palais ist das Schlossmuseum mit Kuppelsaal, Hofkapelle und königlicher Hofküche untergebracht. Nach einem Rundgang durch den weitläufigen Schlosspark besteigen wir an der Anlegestelle des Schlosses einen historischen Schaufelraddampfer, der uns nach Dresden bringt.
Nach einer etwas mehr als einstündigen Fahrt Elbe abwärts vorbei an etlichen Sehenswürdigkeiten erreichen wir die Altstadt von Dresden. Im Rahmen einer Führung besichtigen wir die Semperoper und besuchen das „Grüne Gewölbe“ im Museum des Residenzschlosses. Nach einem Abstecher zum nahen Zwinger mit Besuch des Mathematisch-Physikalischen Salons ist die nach ihrer Kriegszerstörung von 1993 bis 2005 wiederaufgebaute Frauenkirche das nächste Ziel.
Vorbei an der orientalisch anmutenden ehemaligen Zigarettenfabrik „Yenidze“ gelangen wir in die Neustadt auf der anderen Seite der Elbe. Nach Besuch der Dreikönigskirche bummeln wir durch die 2001 fertiggestellte Kunsthofpassage, die aus einem Komplex mehrerer Höfe mit jeweils eigenem Gestaltungsthema besteht. Natürlich darf auch ein Besuch im „Schönsten Milchladen der Welt“, der 1892 eröffneten Pfunds Molkerei nicht fehlen.
Mit einem Bummel durch den „Dresdner Frühjahrsmarkt“ am Altmarkt enden unsere Streifzüge zwischen Schloss Pillnitz und der Residenz- und Landeshauptstadt Dresden.
Musik
Pixabay:
Cinematic Best Instrumental
Epic Historical Orchestral
Filmmusic.io:
Baroque
Du und Ich Instrumental
Nostalgic Series 003
YouTube Audio Mediathek:
Invitation to the Castle Ball
Down by the Riverside
Ritual Cathedral
Flowers in the Rain
3 Comments
Zweimal bin ich auf dem Elberadweg am Schloss Pillnitz vorbeigeradelt, jedesmal ohne Besichtigung. Schade, wie ich jetzt feststelle. Für die Frauenkirche bedurfte es meherer Anläufe, meist wg. Veranstaltungen nicht zugänglich. Im Innern konnte ich nur staunen ob der Pracht. – Lieber Gerhard, du bist ein wahrer Meister der Videokunst. Da stimmt einfach alles. Danke,dass du uns daran teilhaben lässt. LG – Alfons
Und wieder einmal bin ich sprachlos und fasziniert von deinem tollen Beitrag. Super recherchiert, mit stimmiger Musik und eingesprochenen Kommentaren.
Danke dafür Gerhard😊.
Gruß;
Holger 👋
Vielen Dank für das tolle Video.sehr informativ und rundum gelungen!