Zentralmassiv Teil 1
Wir wollen einen weitgehend unbekannten Teil
Frankreichs kennenlernen. Um es uns leicht zu machen, haben wir bei Blitz-Reisen aus
Overath gebucht. So wollen wir einen Eindruck aus dem Limousin, Périgord,
der Dodogne und der Auvergne gewinnen. Vor der Haustürabholung um 6 Uhr in der Früh
bleibt aber noch Zeit für ein Frühstück. Am Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch
wartet der bequeme Reisebus auf uns. Vor uns liegen 615 km. Die Route führt über
Paris und ist damit natürlich Stau gefährdet. Aber zuerst machen wir hinter Lüttich in Belgien Pause und genießen das von
Blitz-Reisen gelieferte Frühstück. Um 5 Uhr erreichen wir endlich unser Hotel “und zwar hier im schönen Orléans” viel Zeit für eine Stadtführung
bleibt uns da leider nicht mehr. Auf dem Weg zur Kathedrale kommen
wir am Hôtel Groslot vorbei, einen privaten Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Hier steht auch eine Statue
der Johanna von Orléans, der berühmten Freiheitskämpferin. Mit ihrer
Hilfe gelang es dem französischen König, die Engländer während des hundertjährigen
Krieges aus Orléans zu vertreiben. Später geriet sie in Kriegsgefangenschaft, wurde an
England ausgeliefert und als Ketzerin verbrannt. Die ursprüngliche Kathedrale aus
dem 13. Jahrhundert wurde während des Hugelottenkrieges fast völlig zerstört. Zum
heutigen Bauwerk wurde 1601 der Grundstein gelegt. Nach einem kurzen Rundgang durch die Kathedrale
bummeln wir noch etwas durch die Altstadtgassen. Orléans verlassen wir in der Früh Richtung
Südwesten. Unser Ziel ist das Zentralmassiv. Die Region ist ländlich und dünn besiedelt. Gegen Mittag erreichen wir
Uzerche, die Perle des Limousin. Der kleine Ort thront auf einem
Felsvorsprung über dem Fluss Vézère. Er beherbergt einige aristokratische
Stadthäuser mit Türmchen und Schieferdächern. über diese hübsche Treppe gelangten
die Waschfrauen früher hinab zum Fluss. von der ehemaligen Benediktinerabtei
blieb nur die Kirche erhalten. Um 1030 begannen die Mönche mit dem Bau der
Krypta, die man nur von außen betreten kann. Sie hat den gleichen Grundriss wie Chor
und Chorumgang mit Kapellen darüber. Und nun haben wir noch Zeit für einen
Mittagstisch, bevor es wieder zum Bus geht. Unser nächstes Ziel ist Perigueux, größte Stadt
im Departement Dordognne. Sie liegt in der alten Kulturlandschaft des Perigor. Sie ist ein
wichtiger Wallfahrtsort auf dem Jakobsweg. Wir besuchen die Altstadt und
die Kathedrale Saint Front. Fronto soll schon in der Römerzeit erster
Bischof in Perigueux gewesen sein. Als dann seine Reliquien auftauchten, baute man über der
Grabstätte eine Kirche. Diese zog natürlich viele Pilger an und so konnte man eine große Kathedrale
im Byzantinisch-romanischen Stil errichten. Die Glasfenster sind aus dem 19. Jahrhundert. Das Retabel aus Eichenholz ist eine
Arbeit aus dem 17. Jahrhundert. Eine Ruhepause im Schatten haben wir
uns bei dieser Hitze wirklich verdient. Am Tour Mataguerre vorbei
kommen wir wieder zum Bus. Auf der Fahrt nach Sarlat
sehen wir unseren ersten Abri. Unser Hotel liegt in der Nähe
des Stadtzentrums von Sarlat. Das Abendessen wird in einem Restaurant wenige
Fußminuten vom Hotel entfernt serviert. Der heutige Tag ist wie eine
Zeitreise ins Jungpaläolithikum. Es ist die Epoche der Cro-Magnon-Menschen zum
Ende der letzten Eiszeit. Dazu fahren wir nach Montignac. Hier befindet sich die aktuelle
Nachbildung der Originalhöhle von Lascaux, die seit 1963 nicht mehr für die
Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Gebäude wurde vom norwegischen
Architekturbüro Snöhetta entworfen, die unter anderem auch für das Opernhaus
in Oslo verantwortlich zeichnen. Wir sind zu einer Führung angemeldet und werden
zunächst auf das Dach des Museums gebracht, um von dort einen Eindruck über
die Lage der Höhle zu gewinnen. 1940 fanden Marcel Ravidat und seine Freunde
zufällig die Höhle von Lascaux mit ihren Felsmalereien im Tal des Flusses Vezère. 1948
wurde die Höhle für die Allgemeinheit geöffnet. Dazu wurde der Höhlenboden ausgeschachtet und
abgesenkt, damit die Besucher aufrecht gehen konnten. Man fand bei der Ausgrabung verschiedene
Werkzeuge, Lampen, Muschelketten und Tierknochen. Für die Rekonstruktion von Lascaux IV wurden die Höhlensysteme in ihrer Oberflächenstruktur
millimetergenau dreidimensional als etwa 2 cm dicke Schale nachgebildet und
farblich an das Original angepasst. Anschließend waren mehrere Künstler damit
beschäftigt, die Bilder aufzutragen. Man kann hier Auerochsen, Pferde, Hirsche
und grafische Elemente erkennen. Wir erfahren während der Führung, dass die Felsmalereien
vermutlich bereits vor 20.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung entstanden sind. Die Farben
wurden aus Holzkohle und verschiedenen Mangan- und Eisenoxiden der Umgebung gewonnen. Sie
wurden z.B. mit Blasröhrchen aufgetragen. Entsprechend der Originalhöhle
wird die Raumtemperatur in einigen Bereichen des Museums auf 14° gehalten. Im sogenannten Schacht befindet sich die
einzige Darstellung eines Menschen. Ob er wohl beim Versuch, das Wiesent zu erlegen starb? Eine drängende Frage wird man wohl nie beantworten können Warum haben die Menschen tief in
finsteren Höhlen unter großen Anstrengungen solche Kunstwerke geschaffen? Waren es
Schamanen, wie manche Historiker vermuten, oder waren es Künstlergruppen? Fest
steht, dass die Höhlen über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren regelmäßig
besucht wurden und die Malereien entstanden. Nach der Mittagspause machen wir uns
auf den Weg zu einem der Felsüberhänge, in denen die Menschen der Steinzit
lebten. Wir fahren am Fluss Vézère entlang zum Roque Saint- Christoph,
der größten Höhlenanlage Europas. Der beeindruckende Felshang Roque Saint
Christoph zieht sich über 1 km Länge und überragt die Straße und den Fluss um einige
hundert Meter. Der Hang zählt fünf Terrassen, die einerseits der Fluss seit 60 Millionen
Jahren in den Stein gräbt und die andererseits die Eiszeiten der Nachtertierzeit aus dem
Kalkstein gesprengt haben. Diese Felswand dient zunächst als Unterschlupf für Jäger und
Sammler. Zuerst siedelte hier vermutlich der Neandertaler 50.000 Jahre vor Christi, dann
der Cro-Magnon-Mensch ca. 25 000 Jahre vor Christus. In der Folge des Beginns menschlicher
Sesshaftigkeit in der Jungsteinzeit, 3000 Jahre vor Christus ist La Roque Saint-Christoph
ununterbrochen bewohnt. Bronzezeit, Eisenzeit, galorömische Zeit, Mittelalter und so weiter
und zwar bis in die Renaissance bis 1588, als der Standort zerstört wird und
den Religionskriegen zum Opfer fällt. Aber nun wird es Zeit, unserer Clivia
zum Eingang zur Anlage zu folgen. Diese Wegverengung ist der einzige Zugang zur
Höhlenfestung. Sie entstand im 10. Jahrhundert zur Zeit der Wikingerüberfälle. So wurde
Périgueux 849 von den Wikingern erobert. Hier stehen wir im Schlachthaus. In den Becken
wurde Blut und Eingeweide der Tiere aufgefangen. Dies ist vermutlich der Trockenraum
oder eine Räucherkammer, damit man die Lebensmittel konservieren konnte. Dieser Schrank oder Tresor stammt
vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und ist direkt in die Wand gehauen.
Bemerkenswert sind dabei vor allem die seitlichen Versteifungen sowie die Spuren
von Regalen und einer Schließvorrichtung. Durch diesen Gang gelangen wir in
ein Dorf, das im Mittelalter ca. 1000 Menschen Unterschlupf gewehrte. Das Dorf verfügt über eine
Kirche, viele Wohnhäuser, Stallungen für Tiere und
Räume für diverse Handwerke. Waren und Trinkwasser wurden mit Hilfe
verschiedener Winden nach oben transportiert. In diesem Raum sind die
unterschiedlichen Waffen ausgestellt. Die mittelalterliche Küche
verfügte über eine Feuerstelle, gehauene Spülsteine und Schränke,
die in den Fels gehauen sind. Aus der Bronzezeit fand man eine
Grabstätte mit zwei Skeletten. Ja, Besichtigungen machen bekanntlich durstig. “..,ist nicht präzisiert. Muss man dann vor
Ort fragen. Fisch der Saison mit Risotto” Und auf der Rückfahrt erfahren
wir dann von Clivia das Abendmenü. Aber vor dem Essen bummeln wir noch
durch die herrliche Altstadt von Sarlat. Diese dient oft in Mittelalterfilmen als Kulisse. Das Abendessen haben wir uns nun redlich
verdient und damit bei mir nichts schiefgeht, liegt immer dieser Zettel an meinem Platz.
Mit Blitz-Reisen aus Overath wollen wir ein uns bisher unbekanntes Frankreich kennenlernen.
Im Teil 1 machen wir einen Übernachtungsstop in Orléans bevor wir weiter nach Uzerche im Limousin und Perigueux und Sarlat-la-Canéda fahren.
Uzerche liegt auf einem Felssporn oberhalb des Vézère. Hier besuchen wir die alte Abteikirche.
In Périgueux sehen wir die Kirche Saint-Front im byzantinisch-romanischen Stil, eine wichtige Station auf dem Jakobsweg.
Am 3. Tag dann besuchen wir die Nachbildung der Höhle von Lascaux und informieren uns über die Felsmalerei der Steinzeit. Anschließend besuchen wir die größte Felsenfestung Europas, Roque Saint-Christophe.
Abends unternehmen wir einen Bummel durch die Altstadt von Sarlat.