Fahrradweltreise/ 4469 km, Frankreich; Cap Ferret, Nouvelle-Aquitaine, 14.02.2026, 8,7 Grad

Puh, was für ein Tag!
In Lacanau aufgewacht habe ich erstmal die umliegenden öffentlichen Toiletten abgeklappert. Jeder einzelne war geschlossen! Mir geht das in den Kopf nicht rein. Genervt hätte ich fast einen Haufen vor deren geschlossen Türen gesetzt.
Aber gut, dachte ich, der Druck ist jetzt nicht so hälftig also fahre ich erstmal weiter Richtung Lacanau-Océan, dort gibt es schließlich viel Wald unterwegs. In dem ersten Clip seht ihr meine Toilette. Was ein schönes Plätzchen, ich konnte nicht anders und musste es erstmal aufnehmen.
In Lacanau-Océan schließlich angekommen, kannte ich mich dort einigermaßen aus und habe erstmal die Kirche anvisiert, um mein Handy etwas aufzuladen, nächster Stop war dann eine öffentliche Toilette, um die Wasserreserven aufzufüllen, um dann den Weg von 50 km bis nach Cap Ferret einzuschlagen, um einer Empfehlung eines pr0lers nachzugehen und die Gegend mal besuchen und mich umzusehen. Dazu gibt es dann morgen ein paar Aufnahmen.
Er hat mir zwar angeboten für die Fähre das Geld zu überweisen, um die Strecke abzukürzen aber ich werde darauf nicht eingehen. Es sind etwas über 50 km drumherum zu fahren, so leicht will ich es mir dann doch nicht machen und ich habe bereits die Erfahrung gemacht, dass ungewollte Umwege sich meistens lohnen. Obwohl er meinte, dass die Gegend dort nicht sonderlich sehenswert sei. Mal schauen.

Ich bin gerade dabei Lacanau-Océan zu verlassen und sehe einen Fahrradladen beim vorbeifahren, ich blicke mich nochmal um und lese was von „Reparatur“ also wieder kehrt gemacht und mal angeklopft.
Leute, das war das beste was ich machen konnte. Für 25€ habe ich meine Kette gewechselt bekommen (ich hatte eine dabei), ich habe eine gleiche Kette dafür kaufen können, er hat mir geholfen meine Vorderbremse zu wechseln und das beste kommt jetzt: Er hatte ein paar abgelaufene Energie Gels zum trinken noch im Sortiment und einige Päckchen Elektrolytisches Pulverpäckchen, die er mir kostenlos auf den Weg mitgeben hat. Er meinte ich könnte alles haben und ich habe mir so viel mitgenommen, wie ich noch Platz finden konnte und es war noch einiges übrig geblieben! Wir haben uns gut auf Englisch unterhalten können und mit dem öffnen seiner Tür, einem Schluterklopfer und einem warmen Händedruck hat er mich wieder weiter ziehen lassen. Das war ein absolutes Segen für mich auf ihn zu treffen. Und auch da hat mich meine Gewählte Zeit los zu ziehen begünstigt, da entsprechend der Saison nicht viel los war.

Danach ging es über 40 km durch den Wald, auf den ich mich so gefreut habe doch der Sturm vor ein paar Tagen hat mir einen gefährlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Nahezu der komplette asphaltierte Boden war von Ästen und Zapfen bedeckt. Ich musste ununterbrochen aufmerksam auf den Weg schauen und über 40 km Slalom fahren, um keinen spitzen Ast zu übersehen oder mit Tempo auf keinen Zapfen zu fahren, kann man das so sagen? Zapfen? Die Dinger eben von den Nadelbäumen, verdammt haha

Ich war beim ankommen in Cap Ferret ganz schön durch und im letzten Clip seht ihr die Krönung des Tages. Es war komplett dunkel, ich fuhr der vorgegebenen asphaltierten Straße entlang und auf einmal verwandelt die sich die in einen See. Ich fuhr ein Stück hinein und merkte allmählich, dass meine Pedale das Wasser berühren. Das kannst du nicht machen, sagte ich mir. Es war nicht mal ein Ende davon abzusehen. Also stieg ich ab, Knöchel tief im Wasser, die Schuhe wieder komplett durchnässt und habe kehrt gemacht und fuhr mit einer angezogenen Warnweste der nebenan anliegenden Straße weiter nach Cap Ferret.

Nun hier angekommen war es recht schwierig eine Schlafplatz zu finden, doch auch das ist erstmal geschafft.
Erstmal Beitrag verfassen und ab ins Zelt, dachte ich. Es sind noch circa 250km bis nach Spanien!

gofund.me/27a7df51d

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