Dresden Highlights: Die Top 10 und ihre Geschichten | #hinREISEND

*** Ich bin an einem Ort, den auch die “New York Times” als einen “Place to Travel” ausgezeichnet hat. Wow! Meine Mutter sagt: “Wahnsinn!”. Meine Frau sagt: “Wow!”.

Meine Tochter sagt: “Da will ich auch hin!” Ich bin in Elbflorenz. In Dresden! Ich darf heute ins Grüne Gewölbe. Ich darf ins Schloss, ich darf in die Frauenkirche. Ich darf ins Militärhistorische Museum.

Zu den Kruzianern. Und gehe an all diesen Orten einer Frage nach: Was macht ihn aus, den Mythos Dresden? Ein Keil zerschneidet das Arsenal des Militärhistorischen Museums.

Der Stachel wird zum Zeichen von Krieg und Schmerz. Er zeigt die Abwurfstelle der ersten Markierungsbomben auf Dresden. Am Faschingsdienstag 1945 ergießt sich ein flammendes Inferno über Dresden. Es ist der Untergang der einstigen Kunstmetropole,

der Perle Elbflorenz. Alle Uhren stehen still zur Stunde Null. Dieses traumatische Ereignis hat sich in das Gedächtnis der Überlebenden eingebrannt. Und lässt die Nachgeborenen bis heute nicht los.

Es prägt unsere Erinnerungskultur und stellt immer wieder Fragen. Im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr suche ich Antworten. Und treffe den Militärhistoriker Jens Wehner. Was sagt der Militärhistoriker dazu?

Man könnte sagen, der Krieg ist fast vorbei. Es ist ’45. War das notwendig? Man muss den Kontext sehen. Die Amerikaner und die Briten sind 1945 sehr besorgt über die militärische Lage.

Eisenhower, später US-Präsident, schreibt in seinem Tagebuch: “Wir können den Krieg noch verlieren.” Aus heutiger Sicht unglaubwürdig, aber so war damals die Lageeinschätzung. Die Sowjetunion macht eine Riesen-Offensive im Westen,

zerschlägt ganze deutsche Armeen binnen Wochen. Und Amerikaner und Briten sehen sich im Handlungszwang, auch was zu tun. Ich sage das mal so. Man war da diplomatisch in der Hinterhand. Das führte dazu, dass man sagte:

Wir bombardieren das Hinterland der deutschen Ostfront. Besonders die Verkehrszentren, die großen Städte. Und da war Dresden natürlich auf der Liste. Es gibt nicht wenige, die sagen: Dresden ist Kulturstadt, Kunststadt. Das ist ein Kriegsverbrechen.

Das gab es damals schon. Auch in Großbritannien, die das gesagt haben. Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche Völkerrechts-Professoren sagen, das war ein Kriegsverbrechen. Andere sagen, das war es nicht.

Tendenziell muss man aber sagen, es war wahrscheinlich eines. Wenn man auf die Opfer schaut: Wie viele sind es gewesen in dieser einen Nacht? Wir hatten ja die Dresdner Historiker-Kommission.

Die hat sich alle 3 Angriffe angeguckt. Es waren 3 Angriffe. Der große britische Angriff in der Nacht und die 2 Tages-Angriffe der Amerikaner. Da kann man die Opfer nicht so ganz unterscheiden.

Aber es sind etwa 25.000. Das hat die Kommission ermittelt. Und das ist auch das, was damals im Polizeibericht stand. Für alle anderen Zahlen gibt es keinerlei Grundlage. Wer von höheren Zahlen spricht, hat keine Ahnung

von den Bombenangriffen des 2. Weltkriegs. Denn mit 25.000 Toten bei der abgeworfenen Bombenmenge ist Dresden schon in der absoluten Spitze. Dann noch höhere Zahlen anzunehmen, das wäre eine Schätzung, die man sehr gut begründen müsste.

Und es gibt dafür keine überzeugenden Indizien. Wir gehen mal von diesen Exponaten weg und kommen zum Kontext. Libeskind. Es kommt mir vor, als wenn die Schieflage in der Thematik sich auch im Fußboden dokumentiert.

Oder kommt es mir nur so vor? – Wir stehen schief. Ich dachte schon, ich habe einen Knall. Der Keil präsentiert was Modernes, was Brachiales, das sich durch dieses alte Gebäude fräst.

Es gibt keine offizielle Interpretation. Das ist wie ein Kunstwerk. Jeder kann und sollte sich seinen Teil dazu denken. Aber Militär und Krieg verunsichern eben auch. Sie schaffen bedenkliche Schieflagen moralischer Art,

wirtschaftlicher Art, viel Not, Tod, Elend usw. Das ist etwas, was Libeskind uns hier zeigen wollte. Was Krieg auch mit den Menschen macht. Er schafft Schieflagen. Es ist nicht alles eindeutig im Krieg.

Das Erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit. Wird gesagt, genau. Aber man muss vielleicht sagen: Sie stirbt schon vorher. Sonst wären manche Kriege gar nicht notwendig. Das Museum stellt die Frage

nach den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt. Es versteht sich als Forum für den Diskurs über die Rolle von Krieg und Militär. 10.000 Exponate machen die Kulturgeschichte der Gewalt erlebbar.

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden ist eines der modernsten und größten Geschichtsmuseen in Europa. Und absolut sehenswert. Der Entwurf des amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind ist selbst das größte Exponat des Museums.

Libeskind treibt einen Keil in das historische Arsenal, dessen Spitze in die verwundete Innenstadt weist. Hier steht die Kreuzkirche, in der Peter Franke als Kruzianer sang. Er hat den Angriff am 13. Februar 1945 miterlebt.

Viele Kruzianer kamen dabei ums Leben. Seine Erinnerungen sind so wach wie einst. Meine Kreuzchor-Geschichte ging im September 1944 los. Mit einem Vorsingen beim Kreuzkantor. Ob man überhaupt geeignet ist.

Anschließend dann ein Vorbereitungs-Unterricht. Der fand in der alten Kreuzschule statt, ein- bis 2-mal wöchentlich. Und am 13. Februar war natürlich alles Schluss. Ein Jahr nach dem Angriff erlebt der Kruzianer Peter Franke

die Trauermotette “Wie liegt die Stadt so wüst” von Rudolf Mauersberger. Ein Hoffnungsschimmer. Diese 1. Gedenkvesper war hier in der Kreuzkirche am 4. August 1945. Mauersberger hatte den Trauerhymnus “Wie liegt die Stadt so wüst”

komponiert auf seine Eindrücke über die Zerstörung. Das Requiem gehört seitdem zum festen Programm der Kruzianer. An diesem Tag der Uraufführung sollen ca. 2.000 Zuhörer hier gewesen sein. Und diese Trauermotette spielte auf allen Konzertreisen,

die wir in den nächsten Jahren gemacht haben, eine so große Rolle. Das wurde überall entweder gleich ins Programm aufgenommen oder es wurde dann extra gewünscht von den Veranstaltern. Ich könnte es heute noch auswendig singen.

Die Kruzianer-Generation nach Peter Franke hat neben der Musik noch eine andere Leidenschaft. Fußball. Da kommt man zu den Kruzianern und denkt, wir singen zusammen, aber dann kicken wir hier.

Verhältnis von Singen zu Sport bei euch? Wir spielen 4-, 5-mal in der Woche Fußball und wir singen jeden Tag. Ihr lebt hier ein Leben, das sehr starken Regeln unterworfen ist.

Andere gehen sonst wohin und daddeln am Telefon rum. Ihr habt aber einen heftigen Ablauf, mit Proben usw. Warum ist es trotzdem fantastisch, Kruzianer zu sein? Es macht Spaß, zu singen.

Und dieser strukturierte Alltag hilft dir auch später im Leben. Du bist einfach organisiert. Und es macht so viel Spaß, zu singen im Chor. Und die Gemeinschaft ist toll, du bist immer zusammen. Es ist wie eine 2. Familie.

Jetzt hört ja keiner zu. Was nervt manchmal am Kruzianer sein? Manchmal die Chorproben. Wenn man etwas zu lernen hat, und man muss noch zur Chorprobe, kann das manchmal sehr anstrengend sein.

Aber im Allgemeinen macht es trotzdem Spaß. Jungs, es war mir ein Fest. Gerade habe ich noch am Tor vorbeigeschossen, jetzt lande ich einen Volltreffer. Ich bin verabredet mit einem Mann,

der immer gut ist für den richtigen Ton. Kreuzkantor Martin Lehmann. – Herzlich willkommen. Ich habe gerade mit den Kruzianern Fußball gespielt. Sind Sie noch außer Atem? – Ein bisschen. Sie waren auch Kruzianer, so 1980.

Wann haben Sie das letzte Mal Fußball gespielt? Es ist noch nicht so lange her. Auf Chorfahrt. Da habe ich ein bisschen mitgespielt. Wie fühlt sich das an,

wenn man früher Kruzianer war und jetzt Kreuzkantor ist? Bestimmt ein erhebendes Gefühl? – Ja, das ist natürlich schön. Aber es ist auch insofern interessant, denn man kennt den Betrieb als Chorsänger von innen.

Und jetzt habe ich eine andere Draufsicht. Aber es ist gut zu wissen, wie sich das anfühlt, Sänger in diesem Chor zu sein. *Orgel-Musik* *Chor-Gesang* Wir spüren in dieser Sendung dem Mythos Dresden nach.

Gibt es den für Sie und wie äußert er sich? Ich glaube, den gibt es in jedem Fall. Diese Leidenschaft auch, Musik selber zu machen oder Musik zu hören. Das ist ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Städten.

Z.B. ist es für uns als Kreuzchor wunderbar, zu erleben, dass bei Weihnachtskonzerten, beim Stadionkonzert, bei allen Auftritten in den letzten Wochen, fast immer ausverkauftes Haus war. Das ist ungewöhnlich in dieser Quantität an Menschen,

die zu uns strömen. *Chor-Gesang* Wichtig ist, dass wir uns immer wieder fragen: Erreichen wir die Generation, die heranwächst? Wie können wir uns als Knabenchor zeitgemäß aufstellen? Was können wir ausstrahlen, damit Jungs sagen:

“Es ist super, hier mitzusingen.”? Dresden, das ist sie, diese Residenzstadt. Altehrwürdig, überall barocker Prunk und Protz. Die Semperoper, der Zwinger oder das Dresdner Residenzschloss. Das kenne ich als Kind nur als ziemlich runtergekommene Ruine.

Aber die wenigsten wissen: Seit ein paar Jahren zieht da neuer Glanz ein. Oder man könnte auch sagen: alter Glanz. In rauschende Feste von einst stimmt mich der Ballsaal ein. In der Schatzkammer August des Starken

funkeln Diamanten, Bergkristalle und Gold. Dazu Meisterwerke der Goldschmiedekunst im Grünen Gewölbe. Schon 1724 sollen diese Räume für ein exklusives Publikum zugänglich gewesen sein. Auf Wunsch des Königs nur “mit sauberer Kleidung”.

Heute hinterfragen manche Besucher die Herkunft der Objekte, weiß der Direktor des Grünen Gewölbes, Marius Winzeler. Heute sind es auch gerade im Grünen Gewölbe Fragen, wenn wir die weltweiten Beziehungen betrachten auch von Kolonialismus

oder Dingen, die damit zusammenhängen: Woher kommen all diese wunderbaren Werke? Und auch die Objekte, die aus der Natur stammen. Woher stammen die Straußeneier oder die Nautilus-Muscheln?

Woher kam das Elfenbein und wie kam es hierher? Diese Fragen sind heute besonders interessant und wichtig. Die Kunstfertigkeit, der Prunk und diese Opulenz der Objekte begeistern ungebrochen Besucher aus aller Welt. Und Marius Winzeler weiß,

was so manches Objekt besonders adelt. Humor machte schon damals das Leben reicher. Der “Obeliscus Augustalis” ist ein ganz besonderes Denkmal für August den Starken. Der sich hier wirklich den Traum des Königs realisieren konnte.

Es ist auch ein sehr originelles Objekt. Denn wenn Sie hier schauen … Es kommen Menschen aus allen Himmelsrichtungen, aus allen Weltgegenden, die ihm huldigen. Und von so viel Huld sind einige schon völlig erschöpft.

Die sitzen auf den Stufen des “Obeliscus Augustalis” und müssen sich erst einmal ausruhen. Johann Melchior Dinglinger und seine Brüder, die dieses Werk geschaffen haben, haben auch Sinn für Humor bewiesen.

Die Rüstkammer im Dresdner Residenzschloss zeigt die Prunkwaffen- und Kostümsammlung aus dem Besitz der sächsischen Herzöge und Kurfürsten. Gleich 5 Museen könnte ich bei einem Besuch in den altehrwürdigen Mauern genießen.

Kaum zu glauben, dass das Schloss in den 1980er Jahren noch nicht wieder aufgebaut war. Als ich die ersten Male in Dresden war, war das Schloss noch eine schwarze Ruine.

Da diese Ruine mitten in der Stadt stand, war es fast unvorstellbar, dass sie einst wieder zu neuem Leben erweckt werden kann. Ich denke, durch diese Brüche der Geschichte

hat sich die Wirkung dieses Mythos auch noch verstärkt. Semperoper, das heißt Glanz und Gloria. Stars und Sternchen geben sich nicht nur beim Opernball die Klinke in die Hand.

Hier singt die Creme de la Creme der Weltstars. Doch das überrascht mich jetzt wirklich. Neben den Künstlern des weltberühmten Staatsopern-Chores dürfen Laien auf der Bühne mitsingen. Hier treffe ich Verona Balac vom Sinfonie-Chor,

in dem engagierte Amateure die Profis vom Haus-Chor unterstützen. Vielen Dank. – Schön, was hier alles so rumliegt. Und mit solchen kleinen Dingen, die alle nicht ganz echt sind,

entsteht das 1. Stückchen von dem, was es so besonders macht. Die Illusion. – Die Illusion. So, einmal hinein. Wie lange sitzt du z.T. so in der Maske? Manchmal musst du schon 2-2,5 Stunden da sein,

bevor das Stück losgeht. Mit wem z.B. standst du schon auf der Bühne? Placido Domingo, René Kollo. Nicht dein Ernst. – Doch, natürlich. Auch mit Gunther Emmerlich. – Leider vor kurzem verstorben.

Auch alte Größen wie Theo Adam. Bei uns im Chor sind wir fast alle berufstätig. Wir haben Studenten, Erzieher, Lehrer, Hochschul-Dozenten, Ärzte. Die Oper “Aida” würde ich vielleicht gern mal mitsingen. Hand aufs Herz:

Wenn so ein Duschkabinen-Sänger wie ich Lust hat, mitzumachen, geht das? Erst mal musst du dich bewerben bei uns. Und es wäre toll, wenn die Stimme etwas Ausbildung genossen hat.

♪ Miii! – Das klingt nicht schlecht. Alles andere sagt dir dann Herr Kellinghaus. Bei dem müsstest du vorsingen. Hallo, Herr Kellinghaus, guten Tag. – Guten Tag. Sie sind der Chorleiter dieses weltberühmten Opern-Chores.

Warum braucht man dann noch einen Sinfonie-Chor? Der Sinfonie-Chor hat eine wichtige Bedeutung. Es gibt Produktionen, die großformatig sind. Und die einen noch größeren Chor erfordern, als wir hier haben. Ich kann nicht vom Blatt singen.

Ich kann auch nicht aus dem Stegreif irgendwas begleiten. Da haben sich die 2 Richtigen gefunden. ♪ Es war ein König in Thule gar treu bis an das Grab. ♪ Dem sterbend seine Buhle einen goldnen Becher gab.

Sie haben schon so tief geatmet. Ein guter Anfang. Einen Versuch wäre es wert. Kommen Sie zur Schnupperprobe. So verbleiben wir, danke! Und ich verspreche, dass ich übe. Das tun Sie mal, danke. – Alles klar, tschüss.

Dresden, ein Wintermärchen. Hinter mir die Gemäldegalerie Alte Meister. Da drin hängt der “Canaletto-Blick”. Und auch die berühmte “Sixtinische Madonna”. Nicht in Rom oder Paris. Sondern in der sächsischen Residenzstadt Dresden,

in der Gemäldegalerie Alte Meister, kann man die “Sixtinische Madonna” bestaunen. Oberkonservatorin Uta Neidhardt kümmert sich seit über 30 Jahren um die Gemälde. Sie forscht, publiziert und kuratiert Ausstellungen.

Den weltberühmten Kunstwerken tritt sie mit Ehrfurcht entgegen. Wenn ich an einem Schließtag in die Gemäldegalerie gehe und alle Bilder für mich alleine habe, ist das ein unglaublich schönes Gefühl.

Dann trete ich manchmal an ein Bild näher heran, fasse es auch mal ganz vorsichtig an, was sonst niemand darf, und schaue mir Details an. Oder genieße eine bestimmte Stelle eines Bildes.

Es ist nach wie vor ein ganz großartiges Gefühl. Manche Bilder stecken voller Geschichten, wie ich von Uta Neidhardt erfahre. Rubens’ Kunstwerk “Die Alte mit dem Kohlebecken” z.B. Wir wissen von Forschungen, die wir angestellt haben,

dass das nur 1/3 einer viel größeren Komposition war. Rubens hatte ursprünglich ein 3-mal so großes Werk herstellen lassen. Mit Hilfe seiner Schüler und seiner Mitarbeiter. Später hat ein geschäftstüchtiger Kunsthändler aus Antwerpen

das Bild durchgesägt. Er hat aus diesem einen Bild 2 gemacht. Er hat auf der linken Seite ein paar Ergänzungen vorgenommen und dann diesen linken Teil an August den Starken verkauft.

In Dresden hängen auch 2 Bilder von Vermeer. Das “Brieflesende Mädchen am offenen Fenster” wurde restauriert und umfangreich erforscht. Spektakuläres kommt dabei ans Tageslicht. Bei dieser Restaurierung wurde ein Gemälde freigelegt,

das als Bild im Bild hier zu sehen ist. Das ist ein Liebesgott. Er ist für uns Betrachter eine Art inhaltlicher Wegweiser. Wir wissen jetzt, es geht um einen Liebesbrief. Eine wirklich spektakuläre Entdeckung.

Die Gemäldegalerie Alte Meister ist die bekannteste, beliebteste und meistbesuchte Sammlung der Residenzstadt. Und das Herzstück der Ausstellungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im 2. Weltkrieg beschlagnahmen die Russen die Bilder als Kriegsbeute

und lagern sie in Depots in der Sowjetunion. 1955 bringen sie einen Großteil der Kunstwerke wieder. Bis heute finden noch einzelne verschollene Gemälde den Weg zurück nach Dresden. Diese Werke kommen nach und nach zurück.

Wir suchen sie. In diesem Zusammenhang sind auch im letzten Jahr 3 Werke wieder zur Gemäldegalerie Alte Meister zurückgekehrt. Ich komme mir gerade so vor, als wäre ich Bestandteil eines Bildes.

Ich stehe auf einem der Wahrzeichen Dresdens, der Frauenkirche. Schöner geht es eigentlich nicht. Ich bin aber nicht alleine hier. Ich bin verabredet mit Thomas Gottschlich. Mit diesem Namen muss man was mit Kirche zu tun haben.

Er ist Stiftungsarchitekt der Frauenkirche. Als ich als kleiner Junge in Dresden war, stand ich vor den Ruinen der Frauenkirche. Und dachte immer: Wie kann das sein, so eine Ruine?

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es zu altem Glanz zurückfindet. Hat es aber. Welche Gründe haben sich am Ende für den Wiederaufbau durchgesetzt? Wenn man ein Mahnmal hat, dann bezieht man sich ja immer auf dieses Datum,

wann das Gebäude oder der Platz zum Mahnmal geworden ist. Damit ist es immer ein rückbezügliches Denken. Wenn Sie das Gebäude neu aufbauen, dann ermöglichen Sie auch heutiges Leben an einer historischen Stätte.

Dass das letztendlich zukunfts-gerichteter ist, das unterstütze ich nach wie vor so. Das Wahrzeichen Dresdens will Frieden und Versöhnung in die Welt tragen. Auch musikalisch. Frauenkirchen-Kantor Matthias Grünert

bringt die Königin der Instrumente virtuos zum Klingen. Er komponiert, leitet 2 Chöre und ist musikalischer Botschafter der Frauenkirche. Beflügelt von einem Engel. Das Leben in der Frauenkirche ist sehr vielfältig

und wir tragen viele Botschaften aus der Frauenkirche raus. Neben der Musik sind es die vielen Menschen, die sich hier unter der Kuppel finden. Begegnungen entstehen. Das strahlt dann wieder in die Welt aus.

Das ist der Mythos. Wenn man es ablesen kann, dann evtl. um die Kirche herum ein Stadtzentrum, das komplett neu gebaut wird. Aber auch in diesen Neubauten findet sich doch das Leben auch wieder zurück.

Besonders berührend ist, wenn ich hier oben auf der Orgelempore sitzen möchte: Ich muss dann eine Treppe gehen, die hat die Zerstörung überstanden. Diese Treppe hat Bach schon benutzt, um an die Orgel hochzugehen.

Das war am 01. Dezember 1736. Und wenn man als Organist dann in diesen Fußstapfen hochgeht, die noch so spürbar sind, ist das ein besonderes Gefühl. Das macht die Frauenkirche auch aus. Dass sie noch Geschichte atmet.

Das Nagelkreuz von Coventry wird am 13. Februar 2005, 60 Jahre nach der Zerstörung Dresdens, als Zeichen der Versöhnung überreicht. Friede sei mit euch. Dieser Gruß wird allen Besuchenden der Frauenkirche mitgegeben.

Wir stehen nicht zufällig hier an diesem Kreuz. Was hat es mit ihm auf sich? Das ist das historische Kreuz, was oben auf der Frauenkirche seit 1743 stand. Was im Trümmerberg 1993 gefunden wurde.

Das neue Kreuz wurde originalgetreu wieder aufgebaut. Die Planung wurde bei uns in Dresden gemacht. Die Ausführung allerdings in London, von einem Silberschmied, der selbst ein Sohn eines englischen Bomberpiloten war.

Der Vater ist die Angriffe auf Dresden mitgeflogen. Und sein Sohn hat als Zeichen der Versöhnung dieses große Kreuz aus Kupfer und Vergoldung hergestellt. Den Herzschlag Dresdens spüre ich in einer Inszenierung aus 360 Grad-Bildern.

Zusammengefügt zu einem riesigen Panoramabild im Panometer. Zu sehen ist die sächsische Metropole in der Blüte ihrer barocken architektonischen Pracht. Erdacht von dem Künstler Yadegar Asisi, der sein Herz an Dresden verloren hat.

Er lebt und arbeitet in Berlin, studierte in Dresden Architektur. Manche sehen ihn ein bisschen als Meisterschüler Canalettos. Wenn man die Stadt verstehen will, kann man hier ganz wesentliche Anregungen dafür empfangen.

Man sieht einfach, wie dieser Stadtorganismus und diese Kulturmetropole entstanden ist. Wo sie ihre Impulse empfangen hat, wie sie gewachsen ist. Und das ist ganz direkt erlebbar im Panorama-Gemälde.

Weil man sich in einer Welt 360 Grad bewegt und eintaucht. Weil man selber aber auch bestimmt, wie man durch dieses Panorama durchgeht. Derzeit ist im Panometer Amazonien zu sehen, ein neues Panoramabild von Yadegar Asisi.

Neuer Glanz zieht gerade wieder ins Taschenberg-Palais ein. Erst 1995 als Luxushotel wieder aufgebaut, erhält es gerade ein Facelift. Hier treffe ich Marten Schwass, den Direktor des Hauses. Dass gearbeitet wird, hört man im Hintergrund.

Ich bin neugierig auf ein paar Orte, die Sie mir jetzt zeigen können. Die ersten Wände sind schon fertig gestaltet, die Lampen sind schon da. Den Teppich sieht man noch nicht. Der wird auch wunderschön.

Aber es ist alles noch abgedeckt. Wow, wie viele Zimmer gibt’s hier? – 211. *Musik* Freistehende Badewanne. Und bei der Dusche … Das finde ich genial.

Da hat man mal Platz. – Geht das Wasser schon? *Sie lachen laut.* *Musik* Hier sind unsere Saunen, Dampfbad. Eine kleine Bar zum Relaxen. Ich war mit dem Direktor im Pool. – Aber sowas von, oder?

Und habe die Klamotten angelassen. – Ja, ich auch. Können Sie erzählen, welche Berühmtheiten hier schon Platz genommen haben? Selbstverständlich. Bei ein paar Gästen darf man nicht darüber sprechen. Wer denn? Mein persönliches Highlight

war der Semperopernball vor ein paar Jahren, Königin Silvia. Absolut fantastisch. Barack Obama durften wir begrüßen, Harry Belafonte. Wir hatten mal eine Konferenz, und auf einmal ging das Piano an.

Ich bin hingerannt, und da saß Lang Lang. 120, eine Suite. Hereinspaziert. Hallo. – Hier wird gearbeitet, sehr gut. Was liebt der Franke an Dresden so sehr?

Gute Frage, die hat mir noch keiner gestellt. Ich bin seit über 10 Jahren hier. Das spricht schon für sich. Denn ich bin ein Hotelier, der kreuz und quer durch die Welt gereist ist. Und Dresden hat mich fasziniert.

In erster Linie die Menschen, ganz klar. Die Kultur, die Stadt, die Atmosphäre, die man hier hat. Es ist fantastisch. Das Palais-Restaurant im Kempinski ist schon neueröffnet. Und als Genussmensch möchte ich das gleich mal testen.

Sieht lecker aus! Ein Traum, vielen lieben Dank. – Bitte schön. Der Mythos Dresden besteht ohne Frage. Aber worin besteht er? Ist es diese einzigartige Stadt, die diesen Spagat

zwischen gestern und heute so fantastisch meistert? Ist es dieser Ort, an dem so viele Gebäude, so viele Orte aneinander liegen, die jedes einzelne einen Besuch wert sind?

Sind es die Menschen in Dresden? Oder ist es all das zusammen? Am besten, Sie finden es raus. Kommen Sie nach Dresden, nach Elbflorenz, und lassen Sie sich diese Stadt schmecken. *Musik* Copyright MDR 2024

Frauenkirche, Semperoper, Grünes Gewölbe: Kürzlich hat die New York Times Dresden als einzige deutsche Destination von 52 empfohlenen „Places to Travel“ gelistet. Wenn ihr einen opulenten Städteurlaub plant, dann ist Dresden ein absolutes Muss. Alex Huth ist auf jeden Fall hin und weg. Er schaut sich den „Prunk und Protz“ im Residenzschloss an, besucht die weltberühmte Sixtinische Madonna im Zwinger und erkundet die Schatzkammer August des Starken im Schloss.

Alex‘ Highlight ist der Versuch, in der Semperoper mitzusingen. Mit dem Kreuzchor spielt er dagegen Fußball. Er erfährt nämlich, dass das tatsächlich auch für Laien möglich ist.

Richtig glamourös wird es im neu eröffneten Hotel Taschenbergpalais Kempinski, wo auch schon Barack Obama, Königin Silvia und der Pianist Lang Lang übernachtet haben. Im Palais Restaurant wird fürstlich bewirtet.

Kaum zu glauben, dass all diese Prachtbauten zerstört und wiederaufgebaut wurden. Denn Dresden wurde am 13. Februar 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, in Schutt und Asche gelegt. Noch heute beschäftigt dieser Fakt die Menschen.

Aber auch Erinnerungskulturen wandeln sich. Im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr sucht Alex Antworten auf die Fragen, was damals geschah. Die Frauenkirche blieb lange eine Ruine und wurde erst in den 1990er-Jahren wiederaufgebaut. Heute ist sie ein Friedenssymbol, das in die Welt ausstrahlt. Alex genießt hier auf der Aussichtsplattform der Kirche den grandiosen Blick von oben und trifft den Stiftungsarchitekten, der die Frauenkirche als Ruine kennt und den Wiederaufbau begleitet hat.

Warum liegt ein Mythos über Dresden? Alex sucht und findet Antworten.

👑 👥 TEAM:
Autorin: Anne Flemming
➡️ Presenter: Alex Huth
➡️ Kamera: Henryk Ditze
➡️ Schnitt: Timo Muster
➡️ Redaktion: Beate Werner

📗 KAPITEL:
00:00 Intro
00:52 Militärhistorisches Museum
01:09 Zerstörung Dresdens
01:38 Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
05:40 Kreuzkirche und Zeitzeuge
07:24 Kreuzchor
11:27 Flug über Dresden
11:50 Residenzschloss: Grünes Gewölbe
15:02 Semperoper
17:53 Gemäldegalerie Alte Meister
21:07 Frauenkirche
24:46 Panometer
25:56 Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden
28:18 Das Palais Restaurant
28:36 Zusammenfassung

🔗 WEITERFÜHRENDE LINKS:

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Residenzschloss, Grünes Gewölbe, Alte Meister, Rüstkammer
https://www.skd.museum

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
https://www.mhmbw.de

Frauenkirche
https://www.frauenkirche-dresden.de

Kreuzkirche
https://www.kreuzkirche-dresden.de/startseite.html

Dresdner Kreuzchor

Startseite

Panometer
https://www.panometer-dresden.de

Sächsische Staatsoper Dresden
https://www.semperoper.de/index.html

Sinfoniechor
https://www.sinfoniechor.de

Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden
https://www.kempinski.com/de/hotel-taschenbergpalais/ueberblick

Das Palais
https://www.kempinski.com/de/hotel-taschenbergpalais/restaurants-bars/das-palais

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