Skigebiet Chantemerle – Serre Chevalier | Weltkriegs-Seilbahn & Poma in allen Formen und Farben

Noch während in Europa der Zweite  Weltkrieg tobt, nimmt in dem kleinen,   beschaulichen Bergdorf Chantemerle an der  Passstrasse zum Col du Lautaret 1941 eine   der ersten grossen Luftseilbahnen  Frankreichs den Betrieb auf. Heute   zählt das Skigebiet Serre Chevalier mit  seinen zahlreichen kleinen Übungsanlagen   und ausgewachsenen Seilbahnen zu den  grössten der französischen Alpen.  

Eine der heute wichtigsten Beschäftigungsanlagen  oberhalb von Chantemerle ist die Sesselbahn   Combes. Sie entsteht im Jahr 2008 als  Nachfolger für eine der drei Zubringeranlagen   in das Skigebiet. Neben der ersten Sektion der  angesprochenen Luftseilbahn führen damals auch   eine Sesselbahn sowie eine Kleinkabinenumlaufbahn  von Poma in das Skigebiet. Letztere in zwei  

Sektionen, wobei die Sesselbahn Combes die zweite  Teilstrecke auf verlängerter Trasse ersetzt. Die   erste Teilstrecke der Kabinenbahn Grand Alpe  und auch die der Pendelbahn weichen schliesslich   vier Jahre später beide einer leistungsfähigeren  neuen Kabinenbahn. Auf gut zwei Kilometern Strecke   überwindet die Sesselbahn Combes ziemlich genau  500 Höhenmeter. Mit ihrer mehrheitlich geschützt  

Im Wald verlaufenden Trassierung ist sie auch bei  Wind und Wetter eine geschätzte Aufstiegshilfe.   Die stündliche Förderleistung von maximal  2800 Personen wird daher häufig benötigt.   Entlastung schafft aber auch  die nahezu parallel verlaufende,   ältere Sesselbahn Orée du Bois. Die Anlage mit  dem klingenden Namen verläuft auf weiten Teilen  

Entlang der noch bestehenden zweiten Sektion  der Pendelbahn zum Serre-Chevalier-Gipfel,   die aber in der Regel nur noch im Sommer  in Betrieb ist. Die Förderleistung der   Sesselbahnen in diesem Teilsektor ist heute  so gross, dass die 1984 sanierte Anlage meist   nicht mehr benötigt wird. Die Sesselbahn  Orée du Bois trägt mit 2100 Personen pro  

Stunde ihren Teil zu diesem Zustand bei. Gebaut  1994 von Poma entsteht sie als Ergänzung zu   einem Schlepplift aus den 60er Jahren, der  beim Bau der Sesselbahn Combes wegfällt.   Der obere Teil der Pisten am  Serre-Chevalier-Gipfel wird seit 2005   von einer weiteren kuppelbaren Sechsersesselbahn  erschlossen. Die leistungsstarke Anlage von Poma  

Ist der Hauptgrund dafür, warum die Luftseilbahn  im Winter nicht mehr benötigt wird. Dass hier   überhaupt eine redundante Sesselbahn steht, ist  einem Brand in der Zwischenstation der Pendelbahn   zu verdanken. 1983 fällt die Anlage diesem zum  Opfer, sodass der Gipfel vorläufig nicht mehr   erreichbar ist. Kurzerhand erstellt man eine  mehrheitlich aus gebrauchten Teilen bestehende  

Zweiersesselbahn, die die Pisten noch im  selben Jahr wieder zugänglich macht. Das   Provisorium hat jedoch nach gut zwei Jahrzehnten  ausgedient, und so ist der namensgebende Gipfel   des Skigebiets Serre Chevalier heute mit  einer komfortableren Alternative erreichbar.   Dass Chantemerle und Serre Chevalier aber  auch ein ausgezeichnetes Skigebiet für weniger  

Geübte Wintersportler ist, unterstreichen die  beiden Poma-Schlepplifte Grand Alpe und Replat.   Ersterer ist in den 60er Jahren ursprünglich  eine ausgewachsene Beschäftigungsanlage für   Fortgeschrittene. Seitdem der Bereich rund  um den Gipfel aber auch durch Sesselbahnen   erschlossen ist, ist er nach mehreren Verkürzungen  inzwischen kürzer als sein Compagnon nebenan.  

Zur anspruchsvolleren Sorte gehört dagegen nach  wie vor der Doppelschlepplift Bois des Coqs. Beide   Anlagen entstehen in den 70er Jahren und  erschliessen einen abwechslungsreichen Hang   in der Nähe des Grand-Alpe-Plateaus. Mit  390 Höhenmetern auf 1,3 Kilometern Strecke   erschliessen sie einen der höchsten Punkt des  Skigebiets Serre Chevalier und stellen ein letztes  

Relikt aus der Zeit dar, als in diesem Bereich  unzählige weitere Poma-Doppelschlepplifte ihre   Runden drehten. Gleich zwei Kurven zählen  selbstverständlich ebenfalls zum Inventar,   ergänzt um die typischen fliegenden Umlenkscheiben  in der Bergstation. Aufgrund der mittlerweile   allgegenwärtigen Sesselbahnen geht es an diesen  beiden ruppigen Schleppliften vergleichsweise  

Ruhig zu und her. Doch auch hier dürfte es  wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis   auch sie einer komfortableren Anlage weichen. Bis  es so weit ist, kommen die Stangenschleppliftfans   hier aber noch voll auf ihre Kosten. Lange Jahre befindet sich neben der   Talstation der Bois-des-Coqs-Lifte noch ein  weiteres Doppelschleppliftexemplar. Heute  

Steht an dieser Stelle dagegen eine kuppelbare  Sechsersesselbahn von Leitner. Die Anlage bedient   einerseits die lohnenden Nordhänge unterhalb  des Col du Prorel, die ursprünglich auch der   Grund sind, warum hier bereits 1969 der  erste Schlepplift den Betrieb aufnimmt.   Zehn Jahre später wird er zur Steigerung der  Förderleistung durch eine Parallelanlage ergänzt,  

Doch ab Ende der 80er Jahre sind sie auch  gemeinsam völlig überlastet. Grund dafür ist,   dass 1989 ein neuer Skigebietsteil oberhalb der  Stadt Briançon entsteht. Die Schlepplifte am Col   de Prorel stellen fortan die Hauptverbindungsachse  in diesen Teil des Skigebiets von Serre Chevalier  

Dar. Es dauert aber schliesslich noch bis  2001, ehe die Sechsersesselbahn mit ihrer   Förderleistung von stündlich 2500 Personen den  Engpass beseitigt. Seither ergänzt sie den bunten   Herstellermix in Serre Chevalier und ist eine der  strategisch wichtigsten Anlagen des Skigebiets.

Noch während in Europa der Zweite Weltkrieg tobt, nimmt in dem kleinen, beschaulichen Bergdorf Chantemerle an der Passstrasse zum Col du Lautaret 1941 eine der ersten grossen Luftseilbahnen Frankreichs den Betrieb auf. Heute zählt das Skigebiet Serre Chevalier mit seinen zahlreichen kleinen Übungsanlagen und ausgewachsenen Seilbahnen zu den grössten der französischen Alpen.

Produktion: Felix Gross
Aufnahme: 28. März 2022
Musik: “Inner Light” Kevin MacLeod (incompetech.com)
Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License
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3 Comments

  1. Diese Stangenschlepplifte sind wirklich urige Geräte. Gleich 2 Kurven eingebaut 😮diese Technik fasziniert mich immer wieder, und dass die Dinger nach Jahrzehnten noch laufen. Die großen Sessellifte sind wahre Kapazitätsmonster . 6er sind heutzutage fast schon der Standard , selten werden kleinere gebaut. Sehr schönes Video👍Grüße

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