S4-5 Die Alpen mit dem Motorrad. Es ist wieder passiert! Auf der Route des Grandes Alpes
Guten Morgen, liebe Freunde. Wir haben jetzt etwa 6:30 morgens. Hier schläft alles noch auf dem Campingplatz. Wir haben gestern Nachmittag noch den Col de l’Iseran überwunden. Das ist der höchste Pass, den die Alpen zu bieten haben, mit über 2770 Metern. Das war toll. Das war großartig. Die Berglandschaft ist natürlich atemberaubend.
Gestern überhaupt der ganze Tag war so super, wie ich mir die Alpen Tour insgesamt vorgestellt hatte. Nachdem wir dann diesen Pass überwunden hatten, sind wir ein paar Kilometer weiter im Örtchen Bessans und dort auf dem Campingplatz gelandet. Ja, das ist ein öffentlicher Campingplatz. Öffentlich bedeutet also nicht in privater Hand.
Und für sage und schreibe 8,32 € konnte ich hier logieren. Das ist natürlich super. So, ich kriege nach meinen ersten Morgenkaffee. Das ist mein Frühstück, noch ein Brötchen von gestern übrig. Ja, man muss auch genügsam sein auf Tour. Da ist was dran. Und vor allem sein Equipment in Schuss halten.
Das gilt ganz besonders für die Stiefel. Wichtig ist, dass die Stiefel trocken bleiben. Wenn die einmal nass sind, dann hast du ein Problem. Nachdem die Vorbereitungen für den Tag abgeschlossen sind, geht es nun in den nächsten Schritt. Das Beladen des Fahrzeugs. Das ist mittlerweile geübte Praxis und geht schnell von der Hand.
Man könnte ja meinen, dieses ewige Prozedere ist zu aufwendig und da habe ich einfach keinen Bock zu am frühen Morgen. Aber es ist etwas anders. Ich finde, das gehört unbedingt zum Reisen mit dem Motorrad dazu. Zumindest ab und zu. Nun geht es ab in einem neuen, frischen und ereignisvollen Tag –
Und ich komme nicht weit. Kaum bin ich losgefahren, melden sich schon die kleinen Hindernisse des Motorradlebens. Mein Handy streikt. Es gibt ein Warnton aus: “Klappi” – Ich bin nass geworden. Verändere bitte die Stromzufuhr. Das kenne ich schon von früheren Reisen. Also das Smartphone kann es nicht vertragen.
Über Nacht, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist oder es geregnet hat, dann will das Handy nicht so richtig funktionieren. Wenn der Stecker auch nur minimal leicht feucht ist, was im Prinzip gut ist. Also die Morgenkühle reicht schon aus. Also heißt es erst mal Netzanschluss trocknen und in einigen Minuten geht es dann weiter.
So, das erste Teilziel des heutigen Tages wird der Pass Col de la Croix de Fer und ist etwa 95 Kilometer, also etwa zwei Fahrstunden entfernt. Bei dem herrlichen Wetter traumhaft. Ein altes Fort hoch auf dem Berg. Was für eine idyllische Gegend direkt an der Klippe. Abseits
Der größeren Straßen gibt es viel zu entdecken. Süße kleine Dörfer und hoch oben auf den Hängen ebensolche Straßen. Hier zu fahren macht richtig viel Laune. Falcon und ich haben es geschafft. Wir sind auf dem Pass angekommen. Auf den Col de la Croix de Fer. Der liegt auf 2067 Meter über dem Meeresspiegel.
Dieser Pass war schon des öfteren im Programm der Tour de France, erstmals im Jahre 1947. Und seitdem wurde er 19 Mal vom größten Radrennen der Welt überquert. Auch von dieser Passhöhe gibt es einen traumhaften Ausblick. Wir sind hier auf der Spitze des Col de la Croix in über 2000 Metern Höhe.
Und damit gehört er zu den zehn höchsten Pässen auf der Route de Grandes Alpes. Und weiter geht’s auf dieser fantastischen Tour durch die französischen Alpen. Ähnlich wie auf einer meiner letzten Reisen zum Nordkap ist auch die Route de Grandes Alpes ein absolutes Muss für Motorradfahrer. Einmal muss man diese Strecke gefahren sein.
An dieser Stelle möchte ich meinem Motorrad Freund Aki einen herzlichen Dank ausrichten. Er hat mir schon viele schöne Touren durch die Alpen empfohlen. So auch diese grandiose Strecke. Leute, seht euch das an! Was für ein Ausblick! Da muss man einfach anhalten. Ein ums andere Mal zücke ich mein Smartphone für ein Foto
Und ich mache mich auf zur nächsten Passhöhe, dem Col d´Izoard. Der liegt rund 120 Streckenkilometer weiter südlich. Das sind etwa drei Stunden herrliche Fahrt durch die französischen Alpen. Bei schönstem Wetter. Wir sind jetzt auf der Rampe zum Col d´Izoard. Dieser Pass ist mit 2360 Metern Höhe über dem Meeresspiegel
Der dritthöchste Alpenpass auf der Route des Grandes Alpes. Auch hier mühten sich schon viele Male die Radrennsportler der Tour de France hinauf. Insgesamt schon 36 mal seit 1922. Die letzten Meter noch und dann haben wir es geschafft. Allerdings viel leichter als die Radrennfahrer. Ja, wir sind am Col d´Izoard auf 2360 Meter.
Das ist schon eine schöne Höhe. Zuerst gucken wir noch mal einen Blick ins Gelände. Ein paar Kilometer weiter entdecke ich diese wunderschöne Schlucht. Und genau hier ist das passiert, was gar nicht passieren sollte. Jedenfalls nicht mehr auf dieser Tour. Das hatte ich mir fest vorgenommen. Doch dazu später mehr. Weiter geht’s nach Süden.
Ich fahre noch etwa eineinhalb Stunden, bis ich mir einen Zeltplatz suche. Einen Campingplatz zu finden stellt kein Problem dar. Den finde ich auch in Champ Felez. Überhaupt stellt die Campingplatzsuche auf dieser Reise kein Problem dar. Ich bin überall untergekommen. Bisher jedenfalls. Das hat geklappt.
Ich darf mir einen Zeltplatz auf der großen Wiese aussuchen, habe sogar Strom bekommen. Ich weiß gar nicht, ob ich es erzählen soll, aber ich mache es mal! Vorhin beim letzten Aussichtspunkt wollte ich losfahren. Das war so ein schottiger Untergrund und da ist mir tatsächlich die Maschine weggerutscht.
Dann vor eine Leitplanke geknallt und dann bin ich umgekippt. Mir tut jetzt mein Becken weh. Zwei Italiener sind mit dem Motorrad vorbeigekommen und wieder zurückgekommen, was ich total nett fand. Und die haben mir dann geholfen, die Maschine wieder aufzurichten. So eine Pleite, So eine Sch….
Ich weiß gar nicht, ob ich das sagen darf. Na ja, auf jeden Fall. Ich ärgere mich fürchterlich, weil ich hatte mir fest vorgenommen, diese Reise ohne Umfaller oder sogar Sturz hinter mich zu bringen. Das ist nun passe. Ich zeige euch mal die Maschine hat auch ein bisschen was abbekommen.
Diesmal am Kotflügel und an der Seitenverkleidung. Ich zeig euch mal. Kommt mal mit, oh… das tut weh… Also, hier ist eine Schramme und am Kotflügel auch. Aber vielleicht kriegt man das ja mit Polieren weg. So, aber auf diese Seite ist sie gefallen und hat hier am Sturzbügel eine kleine Schramme.
Aber das kenne ich schon. Das kann man mit Schwarzlack wieder hinkriegen. Also dramatisch ist es nicht, aber auch nicht schön. Am meisten ärgert ich mich über mich selbst, dass mir die Maschine wieder weggerutscht ist. Ja, aufstellen alleine mit Gepäck geht gar nicht. Und ohne Gepäck, die war ja quasi
Gegen der Leitplanke gegen die Leitplanke gerutscht. Und deswegen habe ich die gar nicht alleine hochgekriegt. Ja, die haben wir so halb aufgestellt, dann ein Stück zurückgezogen in schräger Lage, damit ich es überhaupt aufrichten kann. Das war ein Akt. Mann, Mann, Mann. Na gut, jetzt ist alles gut. Ist ja noch mal gut gegangen.
So, nach dieser Beichte heißt es nun Zelt aufbauen und sich dann fertigmachen fürs Abendessen. Das habe ich mir heute redlich verdient. So, jetzt ist Abendessenzeit. Mit Händen und Füßen und Zeichensprache haben wir uns verständigt. Und es gibt irgendwas zu essen. Auf jeden Fall ein Bier habe ich schon mal bekommen. Das hat geklappt.
Was es zu essen gibt? Keine Ahnung. Die Bedienung sagte irgendwas von Barbecue. Ich bin mal gespannt, was es gibt. Dann hat sie noch was gesagt, was ich überhaupt nicht verstanden habe. Ich habe immer Ja gesagt. Also, mal sehen, was da passiert. Ja, Hier ist das Hotel. Nein, hier ist das Restaurant am Campingplatz.
Und da werde ich jetzt mein Abendessen essen. Mal sehen, was es gibt. Bin mal gespannt. Wie war der Tag heute? Ja, sehr aufregend. Genau wie gestern. Alpenpässe ohne Ende. Einer schöner als der andere. Und die Straßen dazwischen sind nicht minder schön.
Also, das ist genau das, was ich mir für die Alpen Tour vorgestellt habe. Das war großartig. Heute war ein richtig toller Tag, mit Ausnahme und jetzt weiß ich nicht, ob ich das noch bringe. Ausnahme: Mein erneuter Sturz mit der Falcon. Das tut mir für die Falcon ja sehr sehr leid,
Aber nach einer Besichtigung hat es mich schlicht und einfach niedergelegt, denn es war Schotter, es war glatt. Wir sind weggerutscht, in eine kleine Leitplanke rein und ich konnte die Maschine nicht mehr halten. Ja, ich habe es aber schon erzählt. Deswegen Alter Schwede,
Das war nicht so schön, hat mich auch ein bisschen tief beeindruckt. Aber jetzt bin ich wieder glücklich und alles ist gut. Und morgen geht die Reise weiter. Morgen fahren wir in Richtung Nizza. Ich denke mal, wir werden morgen das Mittelmeer sehen. Alles andere wird sich zeigen.
Jetzt gibt es aber erst mal was zu essen und. Und was soll ich sagen? Ich bin nicht enttäuscht worden. Seht selbst. Exakt wie erwartet. Das ist ein kleines Festmahl. Thank you very much. Und natürlich ein kühles Blondes dabei. Was will man mehr? Ja, das war ein tolles Abendessen.
Es gab noch ein Dessert dazu und ein Schnäpschen zum Verdauen. Also, es war wunderbar. Und das Ganze pauschal für 25 €. Da kann man überhaupt nicht meckern. Das war total nett. Ich habe mich sehr wohlgefühlt. Ja, ich würde sagen, das war ein toller Abschluss für diesen Tag. Wir sehen uns
Morgen früh wieder und dann geht es ab nach Nizza. Aber vorher werden wir noch eine ganze Reihe von Pässen überwinden, um dann unseren linken Fuß ins Mittelmeer zu stecken. Schauen wir mal!
Unser zweiter Tag auf der Route des Grandes Alpes mit der #BMW #R1250RT auf dem Weg zum #Mittelmeer. Es ist einfach grandios. Die französischen #Alpen sind großartig. Mein Bike, Falcon, und ich überwinden mehrere #Alpenpässe und ich kann mich an der schönen Landschaft gar nicht sattsehen. Das Wetter spielt mit. Nur das Drama, dass ich auf dieser Tour unbedingt vermeiden wollte, macht mir einen Strich durch die schöne Rechnung…
14 Comments
Ja Schotter ist nicht zu unterschätzen, egal ob auf der Straße oder auf einem Parkplatz. Das wichtigste ist, dass dir nichts ärgeres passiert ist, ein Bänderriss oder Bruch ! Normal tut das ganze erst am nächsten Tag so richtig weh, aber ohne Schutzkleidung wäre es "eventuell" ärger ausgegangen ? Danke fürs mitnehmen ✌🏼
Ach herrjeh, das tut mir sehr leid.😞
Aber toll, dass du so ehrlich bist und es uns mitteilst ❗
Klar du hast ein sehr schönes Motorrad, aber letztendlich ist es nur Material.
Und es sind auch nur kleine Kratzer.
Viel wichtiger ist es, wie es dir geht.
Was macht die Hüfte ?
Musst du zum Arzt ?
Eigentlich sogar gut, dass die Leitplanke da war.
Nicht auszudenken wenn…😱
und letztendlich hattest du noch ein tolles Menü zum Abend.😋
PS zum Umfaller/Vorsatz:
Wenn du Gott zum Lachen bringen willst,
mach Pläne 😂
Nutze doch einfach Google Lens im Restaurant,machen wir schon länger und sind damit immer gut gefahren.
Schönes Video Danke dafür. Respekt dass du so offen über den Umfaller berichtest.
Ich glaube du hast zu viel Kram dabei, wenn ich dass so sagen darf. Vielleicht kannst du noch was aussortieren nächstes Mal. Aber jeder wie er möchte. Safe ride.
Mit Polieren geht da nichts mehr. Teile austauschen oder so lassen. Die Sturzbügel haben Dir auch einiges gerettet. Der Kupplungsgriff und Schalthebel sind anscheinend heil geblieben. Bin selber schon zweimal umgefallen auf Schotter. Es ist und bleibt ein Scheissgefühl.
Wer die Route des Grand Alpes befährt, sollte echt aufpassen, das man nicht mit der Tour ins Gehege kommt. Dann klappt es auch mit den Unterkünften, auch den Festen.
So einmal im Jahr kipp ich mit meiner GS auch um. Ich ärgere mich dann auch immer so tierisch über mich selbst, das ich in meiner Wut das Mopped meist wieder hoch bekomme. Ich glaube die GS ist dabei etwas unempfindlicher. Die Alukoffer von Touratech kann man prima ausbeulen. Die passen natürlich nicht an eine RT. Hauptsache man bleibt heile, wobei eine Prellung sehr schmerzhaft sein kann.
Ein Bier und einen klaren Schnaps (einen !) gönne ich mir auf meinen Touren auch Abends 🙂!
Solche Kampfspuren sind ärgerlich. Können aber immer mal passieren.
Gott sei Dank ist dir nichts schlimmeres passiert.
Vor mir ist mal einer beim Fotografieren umgekippt. Da musste ein Hubschrauber kommen weil er hatte einen offenen Bruch.
Kopf hoch! Bei dem Kilometern, die du so abreißt, ist das kaum vermeidbar. Insbesondere auf Schotter mit derartig hohem Schwerpunkt.
Die Falcon Rey wird sicherlich wieder "geheilt" und wie neu aussehen und dir ist nichts Schlimmeres passiert.
Vielen lieben Dank für die tollen Viseos und die ruhige, sympathische Art, wie du deine Erlebnisse immer kommentierst.
Vielleicht sieht man sich ja mal, ich wohne ganz in der Nähe von Rurich und komme dort des Öfteren vorbei 😉
Ja ärgerlich ist, aber zum Glück ist nichts größeres passiert. Trotzdem wieder schöne Bilder und vielen Dank fürs mitnehmen . Gruss Olli
Eine der schönste Tour. Das haben wir letztes Jahr erlebt ,und meine Traum erfüllt. Schöne Grüßen aus Schweiz und unserem Kanal.
kleiner Französisch-Kurs: Grand (einzahl) wird das D nicht ausgesprochen, jedoch Grandes (mehrzahl) wird das D ausgesprochen. Eine Sprach-App würde evtl. helfen…. 😃✔👍
Ich bin jedesmal ob Deiner Berichterstattung begeistert, weil ruhig, sachlich und dermaßen toll intoniert, ein Genuß.
Das mit dem Umfaller ist natürlich ärgerlich.
Dir ist nichts passiert und evtl. lässt es sich auch mit wenig Aufwand und etwas Politur beheben.
Sturzbügel dient nicht (nur) der Optik, sondern ist genau für sowas gedacht.
Wie sagt man so schön: Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten und weiter gehts.
Danke für den tollen Beitrag.
VG
Appi
Oh mein Gott
Gut das Dir nicht mehr passiert ist.
Trotzdem ein Schönes Video.
Hallo Jorge, schaue mir regelmäßig deine Touren mit deiner interessanten Berichterstattung an. Fahre seit 25 Jahren durch die Alpen und siehe da, du bist nicht der einzige dem so ein Missgeschick passiert.
Letztes Jahr, hinter Andermatt in der Schöllenenschlucht, ebenfalls schönes Fotomotiv. Bike auf schräger Fahrbahn auf Seitenständer abgestellt (voll beladen genau wie deine Maschine), konnte sie nicht mehr aufrichten, leicht in`s Rollen gekommen und schon war ich darunter begraben. Ohne Hilfe würde ich heute noch darunter liegen. Du hattest gleich die Beschwerden, bei mir stellten diese sich erst nach einigen Tagen ein.
Gruß Klaus